Lohnt sich Nagoya? 4 Tage entspannt reisen in Japan – Essen, Shopping & breite Gehwege

Nagoya Oasis 21 Water Spaceship
Oasis 21 – Nagoyas ikonisches „Water Spaceship“

Viele Reisende fragen sich: „Lohnt sich Nagoya auf einer Japan-Rundreise?“

Als drittgrößte Metropolregion Japans ist Nagoya weder so geschichtsträchtig wie Kyoto noch so grell und quirlig wie Tokio oder Osaka. Genau darin liegt jedoch sein Reiz: Die Stadt ist ideal, um sie zu Fuß zu erkunden – mit langen Spaziergängen, viel Platz zum Durchatmen, unkompliziertem Shopping für den Alltag und dem Genuss einzigartiger regionaler Spezialitäten, ohne dass es sich ständig nach Gedränge anfühlt. Wenn du eine Japanreise planst und überlegst, ob Nagoya ein lohnender Stopp auf deiner Route ist, zeigt dir dieser Guide, warum Nagoya für viele ein entspannter Geheimtipp abseits der überlaufenen Klassiker ist.

Die kulinarische Szene Nagoyas ist vielleicht kein Dauer-Feuerwerk – aber durchweg solide, herzhaft und sehr zufriedenstellend. Denk nur an Miso-Katsu bei Yabaton, das legendäre Hitsumabushi (Aal vom Grill) bei Houraiken – und ja: Wartezeiten von 60–90 Minuten sind möglich. Am besten planst du sie als kleinen Spaziergang in der Umgebung ein – dann fühlt es sich nicht wie „Warten“ an. 🙏 – dazu Tebasaki (knusprige Hähnchenflügel), die besondere Frühstückskultur Nagoyas oder ein Stück zarter Kuchen im Original von Harbs. Und dann ist da noch der nostalgische Charme der Kissaten aus der Shōwa-Ära – absolut empfehlenswert.

Wenn dir in anderen japanischen Städten das „Überall-Menschen“-Gefühl langsam zu viel wird, ist Nagoya eine angenehm gelassene Alternative – mit überraschend ruhigen Ecken.


Anreise nach Nagoya: Schnell & unkompliziert

Wir starteten unsere Reise in Kyoto und buchten unsere Shinkansen-Tickets über die offizielle JR-App Smart EX (スマートEX). Die App ist besonders praktisch: Tickets für den Tōkaidō-, San’yō- und Kyūshū-Shinkansen lassen sich bis zu 30 Tage im Voraus reservieren, inklusive Frühbucher-Rabatten.

Du kannst deine IC-Karte verknüpfen und gehst einfach mit deiner IC-Karte oder dem Smartphone durch die automatische Sperre. Wenn du mit großem Gepäck reist, empfiehlt es sich, Plätze in der letzten Reihe zu reservieren – dort gibt es zusätzlichen Stauraum. Deine Abfahrtszeit kannst du bis kurz vor der Abfahrt kostenfrei ändern, was die Planung deutlich flexibler macht.

Smart EX ist ein kostenloser Online-Reservierungsservice für den Tōkaidō-, San’yō- und Kyūshū-Shinkansen. Nach der Registrierung bezahlst du mit deiner Kreditkarte und verknüpfst eine japanische IC-Karte (z. B. Suica, Icoca oder Pasmo). Am Gate genügt es, deine IC-Karte oder dein Smartphone auf den Scanner zu legen – ein separates Papierticket ist in der Regel nicht nötig. Falls du keine physische IC-Karte besitzt, kannst du dein Ticket auch am Automaten abholen oder eine virtuelle IC-Karte auf dem iPhone einrichten.

Unsere Hin- und Rückfahrt für zwei reservierte Plätze:
Hinfahrt: 11.420 Yen
Rückfahrt: 11.020 Yen (Rabattpreis)

📍 Tipp: Für Smart EX musst du eine Kreditkarte registrieren und deine IC-Karte verknüpfen. Das dauert beim ersten Mal ein paar Minuten – erledige es daher am besten im Voraus.
📍 Die Fahrt mit dem Shinkansen von Kyoto nach Nagoya dauert nur etwa 35 Minuten – kaum länger als eine Kaffeepause. Von Tokio oder Osaka aus gelten folgende Zeiten:

Tokio → Nagoya: etwa 1,5 Stunden mit dem Shinkansen
Osaka → Nagoya: etwa 1,5–2 Stunden mit dem Shinkansen oder der Kintetsu-Linie


Wo übernachten in Nagoya? Bahnhof Nagoya oder Sakae

Nagoya bietet zahlreiche Unterkunftsoptionen, doch die meisten Reisenden entscheiden sich für zwei Hauptbereiche: die Umgebung des Bahnhofs Nagoya oder Sakae. Beide Viertel haben – je nach Reisestil – ihre eigenen Vorteile.

Bahnhof Nagoya | Ideal für kurze Aufenthalte & schnelle Verbindungen

  • Direkte Anbindung an Shinkansen, JR, Meitetsu, Kintetsu und mehrere U-Bahn-Linien
  • Viele Einkaufszentren und Restaurants – äußerst praktisch
  • Abends eher geschäftig und funktional, weniger lokales Flair

Perfekt, wenn du spät ankommst oder früh am nächsten Morgen weiterreisen musst.

Sakae | Das lebendige Stadtzentrum – ideal zum Shoppen & Sightseeing

  • Sakae ist das pulsierende Herz der Stadt – mit Kaufhäusern, Restaurants und Cafés.
  • In der Nähe liegen Sehenswürdigkeiten wie Oasis 21 und der Chubu Electric MIRAI TOWER.
  • Nur wenige Schritte entfernt befinden sich der Hisaya Odori Park und mehrere unterirdische Einkaufspassagen; zudem sind es rund fünf Minuten mit der U-Bahn zum Bahnhof Nagoya.

Wir übernachteten nur zwei Gehminuten von der U-Bahn-Station Sakae entfernt – eine sehr praktische Lage. Besonders empfehlenswert sind Unterkünfte rund um den Hisaya Odori Park und die MIRAI-TOWER-Plaza. Das Viertel verbindet Grünflächen, Shops, Restaurants und öffentliche Plätze und eignet sich hervorragend für entspannte Abendspaziergänge.

Shopping-Tipp: Zwischen Sakae und Yabachō findest du eine hohe Dichte an Kaufhäusern wie PARCO, Matsuzakaya, LACHIC und Mitsukoshi, dazu Apple Store, Jump Shop, LOFT, Don Quijote und viele weitere – alles bequem zu Fuß erreichbar.


Nagoyas U-Bahn: Tickets, Tagespässe & Tipps

Das U-Bahn-Netz von Nagoya umfasst sechs Linien: Higashiyama, Meijō, Meikō, Tsurumai, Sakura-dōri und Kamiida. Die Züge fahren häufig, Umstiege sind unkompliziert – für die meisten Wege innerhalb der Stadt ist die U-Bahn die beste Wahl.

🎫 Einzelfahrt
Je nach Strecke zahlst du zwischen 210 und 340 Yen.

🚉 Empfohlene Pässe:

  1. U-Bahn-24-Stunden-Pass | 760 Yen – ideal bei mehreren Fahrten am selben Tag.
  2. U-Bahn + Bus-24-Stunden-Pass | 870 Yen – unbegrenzte Fahrten mit allen U-Bahn-Linien und Stadtbussen.
  3. Weekend-Eco-Ticket | 620 Yen – gültig an Wochenenden und am 8. eines jeden Monats; ein echtes Schnäppchen.

Wenn du die U-Bahn mehr als dreimal pro Tag nutzt, lohnt sich ein Tagespass in der Regel.


Nagoya in 4 Tagen und 3 Nächten: Entspannt entdecken und genießen

Vorweg: Unser Reisestil war bewusst langsam und flexibel – gemütliche Frühstücke, kein Druck, schon am frühen Morgen das Hotel verlassen zu müssen. Wir hatten zwar einen Plan, haben aber nur rund 80 % davon umgesetzt – und genau das fühlte sich richtig an. U-Bahn und Spaziergänge waren unsere wichtigsten Fortbewegungsmittel; du kannst dieses Programm jederzeit an deine Energie und dein Tempo anpassen.

Tag 1 | Erste Eindrücke: Eine Stadt, in der Parks und Wolkenkratzer nebeneinanderstehen

Nachmittag: Ankunft in Nagoya → Check-in im Hotel → Spaziergang zu Oasis 21 & dem MIRAI TOWER
Abend: Abendessen bei Yabaton (Miso-Katsu) → Blick vom Riesenrad Sunshine Sakae

Hisaya Odori Park und Yabaton Miso-Katsu
Hisaya Odori Park & Yabatons Miso-Katsu

Vom Shinkansen aus wechselten wir zur Higashiyama-Linie – es sind wirklich nur zwei Stationen bis Sakae. Im Vergleich zu Tokio wirkt der Bahnhof Nagoya erstaunlich übersichtlich; sobald man verstanden hat, wie Shinkansen, Kintetsu und U-Bahn verbunden sind, gelingen Umstiege problemlos.

Oasis 21 gehört zu den markantesten Sehenswürdigkeiten Nagoyas. Die futuristische Konstruktion, bekannt als „Water Spaceship“, scheint über der Stadt zu schweben. Auf dem Dach befindet sich ein flacher Glas-Pool, der den Himmel spiegelt. Besonders an warmen Tagen wirkt der Ort offen und angenehm kühl. Bei Sonnenuntergang entsteht eine ruhige, fast meditative Atmosphäre.

Im ersten Untergeschoss befindet sich ein großes Busterminal; im zweiten Untergeschoss liegen Shops und ein offener Essbereich mit vielen Sitzplätzen. Oasis 21 ist direkt mit der Station Sakae und dem Hisaya Odori Park verbunden. Während unseres Besuchs fand dort ein Cosplay-Event statt – die Wiese war voller junger Leute, die fotografierten und miteinander ins Gespräch kamen. Der Ort wirkt ebenso sehr als lokaler Treffpunkt wie als Sehenswürdigkeit.

Gegenüber steht der Chubu Electric MIRAI TOWER (ehemals Nagoya TV Tower). Nachts leuchtet er in wechselnden Farben, die sich im Wasser darunter spiegeln. Es ist ein ruhiger Ort, um den Tag ausklingen zu lassen.

Zum Abendessen probierten wir eines der bekanntesten Gerichte der Stadt: Miso-Katsu von Yabaton. In der Filiale CentRise Sakae war das Fleisch saftig und angenehm fest in der Textur, die Miso-Sauce süßlich und herzhaft, ohne schwer zu wirken. Die Portionen sind großzügig bemessen.

Anschließend gingen wir zum Riesenrad Sunshine Sakae. Je höher man fährt, desto ruhiger wirkt die Stadt von oben. Kein spektakuläres Panorama, sondern eher ein Blick auf den alltäglichen Rhythmus der Stadt.

Tag 2 | Geschichte und Süßes: Nagoya Castle trifft Kuchen

Morgen: Frühstück bei Komeda Coffee
Mittag: Yamamotoya Sohonke (Miso-Udon + Tebasaki + Tempura-Reisbällchen)
Nachmittag: Nagoya Castle + Honmaru-Palast → Harbs im Hisaya Odori Park
Abend: Sekai no Yamachan (Tebasaki-Izakaya) → Abendspaziergang nahe dem Hotel

Nagoya Castle und Frühstück bei Komeda Coffee
Nagoya Castle & Frühstück bei Komeda Coffee

Wir starteten den Tag im BINO Sakae, wo sich im zweiten Stock ein Komeda Coffee befindet. Große Fenster sorgen für viel Licht. Obwohl Komeda eine Kette ist, wirkte dieser Standort angenehm ruhig. Das Toast war außen knusprig, innen weich; die Kombination aus Butter und roter Bohnenpaste überraschte positiv. Vielleicht bilde ich es mir ein, aber das Frühstück in Nagoya hatte etwas Besonderes.

Wir starteten später als geplant und entschieden uns daher zunächst für ein Mittagessen im nahegelegenen Yamamotoya Sohonke.

Wir bestellten Miso-Udon, Tebasaki und ein Tempura-Reisbällchen. Die Brühe war aromatisch, aber nicht übermäßig salzig; die Udon-Nudeln hatten einen angenehm festen Biss. Lässt man sie kurz ziehen, nehmen sie noch mehr Geschmack auf. Auch die Tebasaki waren außen knusprig und innen saftig.

Anschließend machten wir uns auf den Weg zum Nagoya Castle. Die Burg liegt im Meijō-Park, einem weitläufigen Gelände, das im Frühjahr von Kirsch- und Glyzienblüten geprägt ist. Der Hauptturm ist derzeit wegen erdbebensichernder Renovierungsarbeiten geschlossen.

Der Honmaru-Palast hingegen ist zugänglich und beeindruckt durch Zypressenholz, Goldverzierungen und detailreiche Wandmalereien. Fotografieren ist erlaubt; Blitz und Stativ sind jedoch nicht gestattet.

Nach dem Burgbesuch waren unsere Beine müde, deshalb fuhren wir nur eine Station mit der U-Bahn zu Harbs im Hisaya Odori Park. Die Kuchen sind großzügig portioniert und wirken sehr frisch – unser Schokoladenkuchen mit Ganache und Sahne war cremig und intensiv, ohne zu süß zu sein. Wir warteten kurz auf einen Tisch, aber die Portionen und die Qualität machten das leicht.

Am Abend ruhten wir uns im Hotel aus und gingen später zu Sekai no Yamachan, berühmt für seine „Maboroshi no Tebasaki“ (legendären Hähnchenflügel). Pfeffrig, knusprig, saftig – klassisch fürs Izakaya, besonders mit Bier. Auch ohne Bier versteht man, warum Tebasaki in Nagoya so beliebt sind. Danach schlenderten wir durch die Nebenstraßen rund um unser Hotel – ein ruhiger Abschluss mit würzigem Miso, etwas Süßem und viel Zeit zum Gehen.

Tag 3 | Die schönste Überraschung: Ein verstecktes Juwel, während wir auf Unagi warten

Morgens: Frühstück in einem lokalen Café → kurz zurück ins Hotel → danach wieder hinaus
Mittag: Mit der Meitetsu-Linie bis zur Station Denma-chō → Ankunft in der Hauptfiliale von Atsuta Houraiken (Wartezeit oft 60–90 Minuten)
Nachmittag: Kurzer Spaziergang zur Shichiri-no-Watashi Ferry Site → zufällige Entdeckung des Kissaten Miyamachi für eine entschleunigte Kaffeepause
Später: Zurück zu Houraiken für das berühmte Hitsumabushi-Unagi-Set → für uns das beste Essen der Reise
Abend: Richtung Hafengebiet von Nagoya → Forschungsschiff Antarctic Research Ship Fuji & Riesenrad (Plan ist leider ins Wasser gefallen – Regen!)
Nacht: Zurück in die Innenstadt → Abendessen in einem unterirdischen Tempura-Donburi-Lokal in Sakae → frisches Obst in der Hotellobby als entspannter Abschluss

Hauptfiliale Houraiken und Kissaten Miyamachi
Houraiken-Hauptfiliale & Kissaten Miyamachi

Wir starteten wieder langsam in den Tag – Frühstück, kurz zurück ins Hotel, dann ging es los. Heute stand das bekannteste Unagi-Restaurant der Gegend auf dem Plan: die Hauptfiliale von Houraiken. Wir nahmen die Meitetsu-Linie zur Station Denma-chō im Stadtteil Atsuta und liefen von dort noch ein paar Minuten zu Fuß.

Wir kamen kurz vor 13 Uhr an und bekamen eine Wartenummer für etwa 14:30 Uhr. Die Warteliste war gut gefüllt – nicht nur mit Besuchern, sondern auch mit vielen Einheimischen. Das Warten gehört hier offenbar dazu.

Wir wollten nicht zu weit weggehen, um unseren Aufruf nicht zu verpassen. Stattdessen nutzten wir die Zeit für einen kurzen Spaziergang in der Umgebung. Auf Google Maps fiel uns ein kleiner historischer Ort auf: die Shichiri-no-Watashi Ferry Site. Nur fünf Minuten zu Fuß – ideal, um die Wartezeit sinnvoll zu nutzen.

Vor Ort steht ein schlichter Gedenkstein, der an den Beginn einer Edo-zeitlichen Fährroute über die Ise-Bucht erinnert. Mit Blick auf die Anlegestelle und das offene Wasser wirkt es ruhig und weit. Der Ort ist klein, aber die Stimmung ist ausgeglichen – perfekt für eine kurze Pause abseits der Warteschlange.

Auf der anderen Straßenseite fiel uns ein altes Holzgebäude auf, ohne auffälliges Schild, die Rollläden halb geschlossen. Als zwei ältere Damen herauskamen, wurden wir neugierig und schauten hinein – und blieben.

Der Ort heißt Kissaten Miyamachi. Das Gebäude war früher ein Ryokan (Isekyu) und ist heute als Kulturgut registriert. Unten befindet sich ein Café, oben ein traditionelles japanisches Restaurant. Innen dominiert der warme Holzgeruch; hinten liegt ein kleiner Garten, und im Obergeschoss öffnen große Fenster den Blick zur Fährstelle und auf die ruhige Bucht.

Wir bestellten zwei Getränke und einen Pudding – cremig und angenehm süß. Kleine Details fielen auf: Noritake-Tassen, Aesop-Seife im Bad. Übrigens wird dieses Café ebenfalls von Houraiken betrieben.

Kurz vor 14:30 Uhr gingen wir zurück zu Houraiken, und unsere Nummer wurde aufgerufen. Wir wurden in einen kleinen Raum mit nur vier Plätzen geführt. Es war ruhig, fast ein bisschen privat.

Wir bestellten beide das Hitsumabushi-Unagi-Set. Nach der Wartezeit wurden wir nicht enttäuscht: Der Aal war fast grätenfrei, außen leicht knusprig, innen saftig und aromatisch – für uns das beste Essen der gesamten Nagoya-Reise.

Als wir fertig waren, war es fast 16 Uhr. Wir fuhren weiter ins Hafengebiet von Nagoya, doch bei unserer Ankunft setzte Regen ein. Wir machten nur ein paar Fotos vom Forschungsschiff Antarctic Research Ship Fuji von außen, denn das Aquarium schloss gerade. Am kleinen Freizeitpark am Wasser standen Paare trotz Regenschirmen fürs große Riesenrad an – bei Wind und Regen verzichteten wir.

Bevor es stärker wurde, nahmen wir die U-Bahn zurück in die Innenstadt. Zum Abendessen suchten wir uns ein kleines Tempura-Donburi-Lokal in der unterirdischen Einkaufsstraße von Sakae. Das Tendon war gut, auch wenn der Boden dort etwas klebrig wirkte. Danach bummelten wir noch durch ein Kaufhaus und einen Supermarkt, kauften frisches Obst und ließen den Abend in der Hotellobby ausklingen.

Gerade weil der Tag nicht nach Plan verlief, fühlte er sich am Ende am entspanntesten an.

Tag 4 | Spazieren im Regen & kleine Glücksmomente vor der Abreise

Morgens: Frühes Frühstück bei Komeda Coffee → packen → um 10 Uhr auschecken & Gepäck an der Rezeption abgeben
Später Vormittag: Mit der Meitetsu-Linie zur Station Kamimaezu → Besuch des Osu Kannon → Bummel durch die Osu Shopping Street
Vor dem Mittagessen: Kaffee-Mochi gekauft → den Themenladen „Alice on Wednesday“ entdeckt, Fotos gemacht & ein paar Kleinigkeiten mitgenommen
Mittag: Tempura-Reisbällchen bei Nigiritate → als Bonus noch Gohei-mochi probiert
Nachmittag: Zurück ins Hotel, um das Gepäck zu holen → weiter zum Bahnhof Nagoya → wegen des Regens Planänderung – wir blieben drinnen und schauten uns im Bahnhof um
Später: Zufällig „Miyazaki Cuisine Mansaku“ im 3. Stock des Dai Nagoya Building entdeckt → Holzkohle-gegrilltes Jidori-Hähnchen und Chicken-Nanban-Set gegessen
Vor der Abfahrt: Auf den berühmten Piyorin-Pudding in Kükenform verzichtet (die Schlange war riesig!) → stattdessen den ÉCHIRÉ-Butter-Süßigkeiten-Shop entdeckt und ein paar Mitbringsel gekauft
Abend: Noch kurz mit einem Kaffee bei Starbucks hingesetzt → Shinkansen zurück nach Kyoto – ein ruhiger Abschluss unseres Nagoya-Abenteuers.

Highlights der Osu Shopping Street
Osu Shopping Street Highlights

Am letzten Tag in Nagoya regnete es immer noch. Gegen 7 Uhr gingen wir zu Komeda Coffee zum Frühstück, gingen zurück ins Hotel, packten und machten uns frisch. Um 10 Uhr checkten wir aus und gaben unser Gepäck an der Rezeption ab – diese frühe Check-out-Frist fühlt sich im Urlaubmorgen tatsächlich etwas streng an. Gerade an solchen Tagen merkt man aber auch, wie gut sich Nagoya zu Fuß erkunden lässt – die Wege wirken oft großzügiger als in Tokio.

Wir nahmen die Meitetsu-Linie zur Station Kamimaezu, und direkt beim Ausgang beginnt die Osu Shopping Street. Um 10:30 Uhr hatten die meisten Läden noch geschlossen, deshalb gingen wir zuerst zum Osu Kannon-Tempel. Die Atmosphäre war ruhig und würdevoll – ein guter Start in den Tag.

Danach schlenderten wir durch die überdachten Einkaufsgassen. Ein Wagashi-Laden namens Benzaiten fiel uns direkt ins Auge. Ein Plakat für Kaffee-Mochi sah zu verlockend aus, also kauften wir eine Schachtel zum Probieren – weich, zäh-elastisch und angenehm süß. Die Frucht-Daifuku sollen hier übrigens die eigentliche Spezialität sein; die heben wir uns fürs nächste Mal auf.

Wir entdeckten außerdem den kleinen Shop Alice on Wednesday. Der Laden spielt mit Alice im Wunderland und einer Wednesday-Addams-Ästhetik. Durch eine winzige „große“ Tür muss man sich zuerst hindurchducken – ein nettes Detail wie ein Sprung in den Kaninchenbau. Drinnen wirkt es verspielt und gleichzeitig leicht düster. Fotos machten wir natürlich trotzdem.

Gegen Mittag kehrten wir bei Nigiritate (Filiale Osu Banshoji Street) ein und bestellten heiße Tempura-Reisbällchen. Knuspriger Teig, fluffiger Reis – einfach und sättigend. Dazu probierten wir noch eine lokale Spezialität: Gohei-mochi aus Ena – süß-herzhaft, schlicht, aber sehr stimmig.

Als der Regen etwas nachließ, gingen wir zurück zum Hotel, um unser Gepäck abzuholen. Von der Station Yabachō bis Sakae sind es zu Fuß etwa zehn Minuten durch das Kaufhausviertel – angenehm zu laufen. Eigentlich wollten wir noch den Noritake Garden besuchen, aber das Wetter blieb kühl und feucht, deshalb bummelten wir stattdessen rund um den Bahnhof Nagoya.

Durch Zufall entdeckten wir Miyazaki Cuisine Mansaku im Dai Nagoya Building. Wir bestellten Jidori-Hähnchen vom Holzkohlegrill und Chicken-Nanban-Sets – beides besser als erwartet. Oft bleiben einem genau solche unerwarteten Orte am längsten im Gedächtnis.

Unser letzter „Auftrag“ war eigentlich, den berühmten Piyorin-Pudding in Kükenform zu probieren. Die Schlange war lang, und es gibt feste Zeitfenster – wir ließen es. Zum Glück entdeckten wir stattdessen den ÉCHIRÉ Butter Sweets Shop und deckten uns mit ein paar Kleinigkeiten für später in Kyoto ein.

Danach setzten wir uns mit einem Kaffee bei Starbucks, während wir auf unseren Shinkansen warteten. Und so endete unsere Nagoya-Reise – ein ruhiger letzter Tag mit vielen kleinen, guten Momenten.


Kulinarische Höhepunkte von Nagoya

Während dieser Reise probierten wir einige Klassiker der sogenannten „Nagoya Meshi“ – ikonische regionale Gerichte wie Hitsumabushi, Miso-Katsu, Miso-Udon und Tebasaki. Jedes davon hat sich eingeprägt.

Natürlich haben wir auch ein paar Dinge verpasst, die wir gerne noch probiert hätten – etwa Miso-Oden, seidige Kishimen-Nudeln oder die ungewöhnlich klingende Ankake-Spaghetti: Spaghetti mit einer dicken, pfeffrigen Sauce. Auch den „Taiwan Ramen“ ließen wir am letzten Tag aus, weil wir mehr Lust auf Reisgerichte hatten. Das passt – so bleibt genug für das nächste Nagoya-Abenteuer!

Lokale Gerichte, die wir geliebt haben – und weitere auf unserer Liste

  • Hitsumabushi – Aal über Reis (ひつまぶし)
    Über Holzkohle gegrillter Aal, in kleine Stücke geschnitten und klassisch in drei Schritten gegessen: erst pur, dann mit Toppings und zum Schluss mit Brühe wie bei Ochazuke. Aromatisch und vielschichtig – für uns ein Muss in Nagoya.
    → Empfehlung: Houraiken, Maruya Honten
  • Miso-Katsu (味噌カツ)
    Paniertes Schweinekotelett, getoppt mit süß-herzhafter Hatcho-Miso-Sauce. Kräftig, sättigend und passt besonders gut zu Reis und fein geschnittenem Kohl.
    → Empfehlung: Yabaton
  • Taiwan Ramen (台湾ラーメン)
    Nagoyas scharfe Ramen mit gebratenem Schweinehack und einer würzigen Brühe – trotz des Namens eine Nagoya-Erfindung und ziemlich intensiv.
    → Ursprungsort: Misen
  • Tebasaki – frittierte Hähnchenflügel (手羽先)
    Außen knusprig, innen saftig, kräftig gepfeffert und leicht süß-salzig glasiert – ein Klassiker in Izakayas, zum Bier, aber auch ohne Alkohol gut.
    → Empfehlung: Sekai no Yamachan, Furaibo
  • Miso Nikomi Udon (味噌煮込みうどん)
    Frische Udon, die direkt in einer kräftigen Hatcho-Miso-Brühe köcheln, oft im heißen Tontopf serviert. Kräftig, sättigend und ideal für kühles Wetter.
    → Empfehlung: Yamamotoya Sohonke, Yamamotoya Honten
  • Kishimen – flache Udon (きしめん)
    Breite, glatte Udon-Nudeln, meist in einer leichten Dashi-Brühe (oft mit Bonito). Einfach, aber genau deshalb so gut.
    → Probieren: an den Bahnsteigen im Bahnhof Nagoya oder in klassischen Nudel-Lokalen

Weitere lokale Snacks, die sich lohnen

  • Tenmusu – Tempura-Reisbällchen (天むす)
    Kleine Reisbällchen mit Garnelen-Tempura – kompakt, praktisch und ideal für unterwegs.
    → Ursprung: Senju
  • Miso-Oden (味噌おでん)
    Geschmorte Zutaten in dunklerer, miso-betonter Sauce – besonders herzhaft und im Winter sehr beliebt.
    → Zu finden in: lokalen Izakayas und kleinen Snackläden
  • Ankake-Spaghetti (あんかけスパゲティ)
    Spaghetti mit einer dicken, pfeffrigen Sauce, oft mit Gemüse und Wurst. Ungewöhnlich, aber typisch Nagoya.
    → Probieren in: Retro-Yōshoku-Cafés (westlich-japanische Küche) in ganz Nagoya
  • Ogura-Toast (小倉トースト)
    Toast mit Butter und süßer Azuki-Bohnenpaste – ein Klassiker der Nagoya-Café-Kultur.
    → Empfehlungen: Coffee House KAKO, Morning Café Lyon, BUCYO COFFEE KAKO, Komeda Coffee

Einen Tag mehr Zeit oder unterwegs mit Kindern?

Bei unserer ersten Reise nach Nagoya konzentrierten wir uns hauptsächlich auf das Stadtzentrum. Wer jedoch mehr Zeit hat oder mit Kindern reist, findet in der Umgebung mehrere familienfreundliche Ausflugsziele:

  • LEGOLAND Japan
    Ideal für Grundschulkinder und alle LEGO-Fans. Der Park ist voller bunter LEGO-Skulpturen, kindgerechter Fahrgeschäfte und interaktiver Spielbereiche. Direkt daneben liegt das SEA LIFE Nagoya Aquarium – klein, aber gut gemacht für einen kurzen Besuch. Nur wenige Gehminuten weiter steht das SCMAGLEV and Railway Park mit Shinkansen- und Magnetschwebebahn-Exponaten, Fahrsimulatoren und großen Modellanlagen. Auch Erwachsene haben hier Spaß.
    Anreise: Vom Bahnhof Nagoya mit der Aonami-Linie (ca. 25 Minuten); von Sakae etwa 40 Minuten.
  • Ghibli Park
    Ein Traum für alle Ghibli-Fans. Der Park im Aichi Expo Memorial Park rekonstruiert Szenen aus Totoro, Chihiros Reise ins Zauberland und anderen Klassikern. Keine Achterbahnen – stattdessen ein Spaziergang durch detailreiche Filmwelten.
    Tipp: Tickets am besten vorab online reservieren und mindestens einen halben Tag einplanen.
    Anreise: Vom Bahnhof Nagoya per U-Bahn oder JR-Linie bis Ai-Chikyūhaku-Kinen-Kōen (ca. 1 Stunde).
  • Burg Inuyama & Burgstadt
    Eine der ältesten original erhaltenen Burgen Japans, malerisch am Kiso-Fluss gelegen. Der Aufstieg fühlt sich wie ein kleines Abenteuer an und belohnt mit einem schönen Ausblick. Am Fuß der Burg liegt die traditionelle Burgstadt mit Süßigkeitenläden und Streetfood – perfekt für einen gemütlichen Spaziergang. In der Nähe: der Japan Monkey Park, gut geeignet für Kinder von etwa 3 bis 10 Jahren.
    Anreise: 30–40 Minuten mit der Meitetsu-Linie ab Nagoya.
  • Zoologischer und Botanischer Garten Higashiyama
    Mehr als nur ein Zoo: ein großes Gelände mit botanischen Gärten, Gewächshäusern, Waldwegen und Spielplätzen. Kinder können sich frei bewegen, während Erwachsene fotografieren oder spazieren gehen. Highlights sind Shabani, der als „handsome gorilla“ bekannte Gorilla, dazu Koalas, Giraffen und Elefanten. Im Frühling blühen Kirschbäume, im Herbst gibt es schöne Laubfärbung. Kinderwagenfreundlich, viele Essensmöglichkeiten.
    Anreise: Direkt an der U-Bahn-Station Higashiyama-Kōen.

❗️Nicht verwechseln: Kinjofuto vs. Nagoya Port
Die beiden Namen klingen ähnlich, sind aber völlig unterschiedliche Orte:

  • Station Kinjofuto: LEGOLAND, SEA LIFE Aquarium und das SCMAGLEV and Railway Park – erreichbar über die Aonami-Linie.
  • Station Nagoya Port: Nagoya Port Aquarium und der Park im Hafengebiet – erreichbar über die Meikō-U-Bahn-Linie.

📍 Prüfe Stationsnamen und Verbindungen lieber zweimal, wenn du deine Route planst – so vermeidest du Verwechslungen.