Hallo, ich bin Cassandre, und heute zeige ich euch auf Zuckerl Eleganz einen zeitlosen britischen Klassiker, der überraschend einfach zuzubereiten und herrlich köstlich ist: den Victoria Sponge Cake – auch bekannt als Victoria Sandwich Cake.
Der Victoria Sponge Cake gehört zu den bekanntesten traditionellen Kuchen Großbritanniens und reicht bis in die viktorianische Zeit zurück. Der Legende nach liebte Königin Victoria zum Afternoon Tea besonders ein luftiges Biskuitgebäck, gefüllt mit hausgemachter Konfitüre und frisch geschlagener Sahne, bestäubt mit etwas Puderzucker. Daher trägt dieser berühmte Kuchenklassiker bis heute ihren Namen. Viele nennen ihn auch Victoria Sandwich, weil zwei lockere Kuchenböden mit süßer Konfitüre und Sahne zusammengesetzt werden.
Obwohl er als Sponge Cake bezeichnet wird, erinnert seine Textur tatsächlich eher an einen klassischen Butterkuchen oder Rührkuchen. Die vier Hauptzutaten werden im gleichen Verhältnis verwendet, doch die Zubereitung ist deutlich unkomplizierter als bei traditionellen Butterkuchen. Im Vergleich zu unserem klassischen Pound Cake gelingt der Victoria Sponge erstaunlich unkompliziert in nur einer Schüssel – ganz ohne komplizierte Techniken. Einfach verrühren, backen und schon entsteht ein goldbrauner Kuchen mit feiner, buttriger Krume. Nach dem Kühlen wird er sogar noch saftiger und aromatischer. Gefüllt mit hausgemachter französischer Erdbeerkonfitüre und luftig geschlagener Chantilly-Sahne wird schnell klar, warum dieser britische Klassiker seit Generationen so beliebt ist.
Meine Version ist inspiriert von der legendären Mary Berry, die in Großbritannien liebevoll als „Queen of Cakes“ bekannt ist. Genau wie englische Scones gehört dieser Kuchen zu den absoluten Klassikern der englischen Tea Time. Und das seit weit über hundert Jahren – ein einfacher Alltagskuchen, der trotzdem etwas ganz Besonderes ist.
Für die verwendete französische Erdbeerkonfitüre findet ihr hier unser ausführliches Rezept: French Strawberry Jam. Ich habe die Erdbeeren geviertelt, damit sie sich leichter im Kuchen verstreichen lassen.
Wenn ihr klassische Kuchen liebt, gefallen euch bestimmt auch diese Rezepte:
Unvergesslich: Italian Paradise Cake; ein norwegischer Klassiker: The World’s Best Cake; herrlich zitronig: French Lemon Pound Cake; weltweit beliebt: Japanese Strawberry Shortcake; sowie ein echter Internet-Liebling: Snow-Filled Chiffon Cake.
Victoria Sponge Cake Rezept
Zutaten
Vorbereitungszeit: 30 Minuten ·
Backzeit: 22–24 Minuten ·
Gesamtzeit: ca. 1 Stunde
Backform: 15 cm Springform, 6 cm hoch
Ergibt etwa 6 Portionen.
Mit unserem Backform-Umrechner könnt ihr die Mengen ganz einfach an andere Formgrößen anpassen.
- Weiche ungesalzene Butter: 112 g
- Zucker (weiß oder Rohrohrzucker): 112 g
- Kuchenmehl: 112 g
- 2 mittelgroße bis große Eier, zimmerwarm (ohne Schale etwa 112 g)
- Backpulver: 4 g
- Erdbeerkonfitüre: nach Bedarf
- Chantilly-Sahne: nach Bedarf (200 g Schlagsahne + 20 g Puderzucker, weich aufgeschlagen)
- *Puderzucker zum Bestäuben
- *Frische Erdbeeren zum Dekorieren
Mit unserem Nährwertrechner könnt ihr die vollständigen Nährwerte berechnen.
Zubereitung
- Die Springform sorgfältig mit Butter einfetten und mit Backpapier auslegen.
- Die Rührschüssel auf eine Küchenwaage stellen und das Gewicht der Schüssel notieren.
- Das Kuchenmehl und das Backpulver einmal gemeinsam durchsieben, damit sich alles gleichmäßig verbindet.
- Die Eier leicht verquirlen und das Gesamtgewicht überprüfen (etwa 112 g ohne Schale).
- Die weiche Butter zusammen mit dem Zucker auf mittlerer Stufe hell und luftig aufschlagen.
- Die verquirlten Eier hinzufügen und anschließend die trockenen Zutaten erneut direkt über die Schüssel sieben.
- Alles auf mittlerer Stufe nur so lange verrühren, bis gerade eben ein glatter Teig entsteht. Mit einem Teigschaber die Schüsselränder abstreifen und den Teig vorsichtig unterheben, bis keine trockenen Mehlreste mehr sichtbar sind – dabei nicht zu lange rühren.
- Den fertigen Teig wiegen (etwa 440–444 g) und anschließend gleichmäßig auf zwei Formen verteilen.
- Den Teig gleichmäßig in die vorbereiteten Formen geben und glattstreichen. Falls ihr zwei Formen besitzt, könnt ihr beide Böden gleichzeitig backen. Andernfalls die Böden nacheinander backen.
- Den Backofen auf 185 °C vorheizen. Die Kuchenböden etwa 22–24 Minuten backen, bis sie goldbraun sind.
- Nach dem Backen lösen sich die Kuchen leicht vom Rand der Form. Vorsichtig aus der Form stürzen, das Backpapier entfernen und die Böden vollständig auf einem Kuchengitter auskühlen lassen.
- Zum Zusammensetzen einen Kuchenboden mit der Unterseite nach oben auf eine Servierplatte legen. Großzügig mit Konfitüre bestreichen und anschließend die geschlagene Sahne darauf verteilen. Den zweiten Boden mit der Unterseite nach unten daraufsetzen, mit Puderzucker bestäuben und nach Wunsch mit frischen Erdbeeren dekorieren. Direkt servieren oder vor dem Anschneiden 1–2 Stunden kühlen.
- Tipp: Am besten schmeckt der Victoria Sponge Cake am Tag des Backens. Falls ihr ihn später servieren möchtet, die ungefüllten Böden gut in Frischhaltefolie einwickeln und im Kühlschrank aufbewahren. Vor dem Servieren können die Böden bei 160 °C etwa 8–10 Minuten kurz aufgebacken werden. Danach vollständig abkühlen lassen, füllen und servieren. Die ungefüllten Böden lassen sich außerdem bis zu 3 Monate einfrieren.
Das vollständige Video-Tutorial findet ihr hier: Classic Victoria Sponge Cake
Victoria Sponge Cake FAQ & Tipps
Der Victoria Sponge Cake ist ein unkomplizierter Kuchen, doch ein paar kleine Tipps sorgen beim Backen für ein deutlich besseres Ergebnis. Hier findet ihr die häufigsten Fragen und hilfreiche Hinweise rund um den klassischen britischen Kuchen.
Muss man die Kuchenböden separat backen?
Traditionell wird der Victoria Sponge in zwei einzelnen Böden gebacken, damit die typische gleichmäßige Schichtung entsteht. Wenn ihr zwei gleich große Backformen habt, könnt ihr beide Böden gleichzeitig backen. Mit nur einer Form backt ihr einfach einen Boden nach dem anderen. Natürlich könnte man den gesamten Teig auch in einer einzigen Form backen und später halbieren, allerdings benötigt ein dickerer Kuchen deutlich länger im Ofen und kann dabei austrocknen, bevor die Mitte vollständig durchgebacken ist. Für die beste Konsistenz empfehlen sich daher zwei separate Böden.
Warum sollte die Butter weich sein und woran erkennt man die richtige Konsistenz?
Weiche Butter hält beim Aufschlagen mit Zucker Luft fest – genau das sorgt später für die lockere und luftige Textur des Kuchens. Ist die Butter zu hart, lässt sie sich nicht richtig cremig schlagen. Ist sie dagegen zu weich oder bereits geschmolzen, kann sie die Luft nicht mehr halten. Idealerweise gibt die Butter bei leichtem Druck etwas nach, behält aber trotzdem ihre Form. An kühleren Tagen darf sie etwas weicher sein, während man bei warmem Wetter darauf achten sollte, dass sie nicht zu weich wird.
Worin unterscheidet sich der Victoria Sponge von einem klassischen Pound Cake?
Klassische Pound Cakes erhalten ihre lockere Konsistenz allein durch das Aufschlagen von Butter und Eiern – ganz ohne Backtriebmittel. Ursprünglich war das beim Victoria Sponge genauso. Moderne Rezepte verwenden jedoch etwas Backpulver, wodurch der Kuchen leichter aufgeht und weniger stark aufgeschlagen werden muss. Im Vergleich zu einem traditionellen Pound Cake ist der Teig des Victoria Sponge leichter, luftiger und deutlich schneller zubereitet – viele backen ihn sogar komplett in nur einer Schüssel.
Kann man andere Konfitüren oder gekaufte Marmelade verwenden?
Natürlich! Grundsätzlich passt jede Konfitüre, die ihr mögt. Besonders gut harmonieren leicht säuerliche Sorten mit der Süße des Kuchens – Himbeerkonfitüre ist ebenfalls ein echter Klassiker. Falls ihr sehr feste gekaufte Marmelade verwendet, könnt ihr sie mit etwas Zitronensaft oder Wasser leicht verdünnen und vorsichtig erwärmen, damit sie sich besser verstreichen lässt. Hausgemachte Konfitüre mit Fruchtstückchen sorgt zusätzlich für besonders viel Aroma und Textur.
Wie bewahrt man den Kuchen am besten auf?
Der Victoria Sponge Cake schmeckt frisch gebacken am allerbesten. Wenn ihr ihn vorbereiten möchtet, solltet ihr die Böden zunächst ungefüllt lassen. Die vollständig ausgekühlten Böden fest in Frischhaltefolie wickeln und im Kühlschrank lagern. Vor dem Servieren können sie bei 160 °C etwa 8–10 Minuten kurz aufgebacken werden. Danach abkühlen lassen und erst dann mit Konfitüre und Sahne füllen. Ungefüllte Böden lassen sich außerdem bis zu 3 Monate einfrieren.
Kann man den Victoria Sponge auch ohne Backpulver backen?
Ja! Die ursprüngliche Version des Victoria Sponge Cake wurde komplett ohne Backpulver gebacken. Allerdings müssen Butter und Zucker dafür besonders gründlich aufgeschlagen und die Eier langsam eingearbeitet werden, damit genügend Luft in den Teig gelangt. Das dauert zwar etwas länger, sorgt aber für eine wunderbar klassische Textur. Falls ihr euch dafür interessiert, schaut euch unbedingt unser Lemon Pound Cake Rezept ohne Backpulver an oder seht euch das ausführliche Video-Tutorial hier an: Lemon Glaze Pound Cake.